In ahnungslosen Zeiten, als ich noch sehr klein war, hatten Opa Nanni und Oma E. ein Permakulturunternehmen in den Chianti-Hügeln, genauer gesagt in San Martino.
Sie hatten beschlossen, Florenz zu verlassen, um auf dem Land zu leben und von dem zu leben, was sie produzierten. Unbewusst hatte ich bereits begonnen, meine Zukunft zu leben. Ich liebte es, schweigend neben meinem Großvater auf dem Boden zu sitzen und zu beobachten, was die Natur so gut kannte, ohne die für den Menschen typischen Eingriffe und Zwänge. Er lud mich ein, die Früchte zu essen, kletterte hinauf, suchte mir die reifste Frucht vom Baum aus und teilte ein paar Stücke mit den Vögeln. Er wollte nicht, dass ich die Erdbeeren wasche, ein bisschen Dreck habe noch nie jemandem geschadet, sagte er. Er zeigte mir seine Experimente mit Gemüse, das neben anderem Gemüse im Garten besser oder schlechter wuchs, und ermutigte mich, die Marienkäfer zu den Rosen meiner Großmutter zu setzen, als diese voller Blattläuse waren, damit sie ein schönes Festmahl haben würden! Auf dieser Farm herrschte Harmonie zwischen Mensch und Umwelt und alles war köstlich, nahrhaft und gesund. Dank meiner Großeltern habe ich mich immer gut ernährt und bin gesund und mit einem starken Immunsystem aufgewachsen! Wer damals keine „Pulver“ verwendete, wie mein Großvater Pestizide nannte, galt weder als biologisch, synergistisch noch als biodynamisch. Es handelte sich nicht um ein Permakultur-, Nachhaltigkeits-, Null-Auswirkungs-, Ökologie-, Grün- usw. usw. usw.-Projekt. Mein Großvater war nicht Fukoka, aber er hat genau alles getan, was ich 40 Jahre später in seinen Büchern gelesen habe.
Heute wollte ich Ihnen das sagen, weil man manchmal kein Agronom sein oder ein zertifiziertes Unternehmen besitzen muss, um den gesunden Menschenverstand und den Wunsch zu haben, zu leben, ohne den Planeten zu beeinträchtigen, sondern ihm vielmehr bei seiner Heilung zu helfen. Auch auf dem heimischen Balkon oder durch bewusste Entscheidungen beim Kauf kann Wohlwollen in die Tat umgesetzt werden.
Heute ist San Martino und ich denke an meine Großeltern, die wie der christliche Heilige immer eine Geste großzügigen Altruismus gegenüber dem Planeten, den Tieren und allen Menschen zeigten, die sie – nicht nur während des Zweiten Weltkriegs – ernährten, aufnahmen und mit denen sie all ihre Früchte teilten.
Danke, Großeltern, für eure wertvollen Lehren. Sant'Egle würde nicht existieren, wenn wir Sie nicht gekannt hätten, und ein besonderer Dank geht an Nonna E., deren historische Erinnerung jeden Tag in vielen Rezepten weiterlebt, mit denen die Bio-Produkte von Sant'Egle hergestellt werden!